Beteiligte der sicheren Lieferkette EU

Die zunehmende Globalisierung und die veränderte internationale Sicherheitslage führten sowohl beim Versand von Luftfracht, für Flughafenlieferungen und Bordvorräten, aber auch bei der Zollabfertigung (z.B. „AEO“) zu veränderten, neuen Spielregeln.

Ziel der europäischen und nationalen Sicherheitsregelungen ist es, die Sicherheit in den internationalen Lieferketten zu gewährleisten und auch zu verbessern.
Viele Regelungen zu "sicheren" Lieferketten weisen jedoch Schwachpunkte auf, die vom Gesetzgeber aufgegriffen werden müssen. Wer trägt die Verantwortung und kann er dieser Verantwortung gerecht werden? Wie ist die Qualitätssicherung für Luftsicherheit gewährleistet?

Luftfracht

Die sichere Lieferkette für Luftfracht richtet sich insbesondere an bekannte Versender und reglementierte Beauftragte.

Der bekannte Versender setzt die Sicherheitsmaßnahmen aus Kap. 6 des Anhangs der VO (EU) Nr. 185/2010 um, was bedeutet, dass er seine Waren konsequent vor Manipulation zu schützen hat, wenn sie als Luftfracht identifiziert wurde. U.a. wurde auch ihm auferlegt, sein Personal vor Einsatz in Luftfracht-Sicherheitsbereichen einer beschäftigungsbezogenen Überprüfung zu unterziehen hat. Die Bewertung, ob dieses Personal im Sinne der Luftsicherheit zuverlässig ist, obliegt ihm.

Er hat lt. Verordnung Sicherheitskontrollen durchzuführen, was nach Definition "das Verhindern, das Verbotenes in die Luftfracht eingebracht kann" bedeutet. Das dafür eingesetzte Personal ist einer spezifischen Schulung zu unterziehen. Ob die weite Auslegung der Behörde zu Sicherheitskontrollen tatsächlich seitens der EU so gedacht ist, ist zu hinterfragen.
Gleiche Regelungen sind von reglementierten Beauftragten umzusetzen. Diese übernehmen jedoch im Sendungslauf einer Luftfracht die wichtigste Rolle. RegB bewerten die Luftfracht und führen unsichere Sendungen der Kontrolle zu oder kontrollieren sie mit eigenen Mitteln.

Ein weiterer Beteiligter ist der geschäftliche Versender, ein in der EU und besonders Deutschland umstrittenes Modell. Immer wieder ist von der Abschaffung die Rede, da er ohne behördliche Zulassung seine Luftfracht nur in sog. "Nurfrachtflugzeugen" befördern lassen darf. Anerkannt wird er durch den regB, der sich die Einhaltung als geforderten Sicherheitsmaßnahmen lediglich schriftlich bestätigen lassen muss.

Flughafenlieferungen / Bordvorräte

Wenn man über das Thema Lieferkettensicherheit spricht, wird primär der Bereich  Luftfracht thematisiert. Dabei gibt es auch andere Bereiche der Luftsicherheit, die als Grundlage ihrer Prozesse ähnliche Prinzipien wie die der Luftfracht haben.

Lieferungen in Sicherheitsbereiche von Flughäfen  werden als Flughafenlieferungen bzw. wenn sie direkt an Bord von Flugzeugen verbracht werden, als Lieferungen von Bordvorräten bezeichnet.

Die sichere Lieferkette Bordvorräte gibt reglementierten Lieferanten die Möglichkeit, Bordvorräte von bekannten Lieferanten direkt und ohne Kontrolle in Flugzeuge zu liefern. Reglementierte Lieferanten werden behördlich zugelassen. Ähnlich wie beim geschäftlichen Versender für Luftfracht, bescheinigt der bekannte Lieferant für Bordvorräte mittels einer Verpflichtungserklärung dem regL gegenüber, dass er alle aus Kap. 8 geforderten Sicherheitsmaßnahmen einhält.

Während in der Bundesrepublik Deutschland die Lieferungen von sicheren Bordvorrätendurch das Luftfahrt-Bundesamt überwacht werden, wird diese Funktion bei  sicheren Flughafenlieferungen durch die Flughäfen selbst und übergeordnet,  durch die Landesluftsicherheitsbehörden übernommen.

Bekannte Lieferanten von Flughafenlieferungen“ - Unternehmen, die ein besonders hohes Maß an Sicherheit garantieren können - sind jedoch von weiteren Sicherheitsmaßnahmen wie z.B. für Flüssigkeiten und STEBs (Security tamper-evident bags) betroffen. Die oftmals unterschiedlich geforderte Umsetzung der in Europa einheitlichen Vorgaben werden bedauerlicherweise in den jeweiligen Mitgliedstaaten häufig unterschiedlich interpretiert.

Stellen

Die gemeinschaftliche Verordnung spricht von Stellen, wenn Unternehmen Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen haben, aber nicht Flughafen oder Luftfahrtunternehmen sind. Es handelt sich somit um die Beteiligten der sicheren Lieferketten. Diese geforderten Stellen sind lt. Verordnung in das Sicherheitsnetz in Deutschland als gleichberechtigte Partner einzubinden.

FASAG setzt sich für eine praktikable Handhabung  der europäischen Vorgaben zur Umsetzung einheitlicher Sicherheitsmaßnahmen bei den Stellen ein und unterstützt ihre Mitglieder mit generellen Handlungsempfehlungen und Expertise, die sich als Beteiligte in der sicheren Lieferkette bewegen:

-       bekannte Versender und geschäftlicher Versender: Produzierende Unternehmen (Industrie, Verlader…)
-       Unternehmen, die Bordvorräte oder Flughafenlieferungen in den Verkehr bringen
-       reglementierte Beauftragte: Luftfrachtspeditionen, Handlingagenten an Flughafen...
-       reglementierte Lieferanten: Entgegennahme und Verbringung von Bordvorräten und Flughafenlieferungen
-       Transporteure: Selbstfahrende Unternehmer und Fuhrunternehmen
-       Flughäfen
-       Luftfahrtgesellschaften

Wir nehmen Ihre Anregungen und Herausforderungen an und werden uns dafür einsetzen, dass diese bei den entsprechenden Ausschüssen Berücksichtigung finden. An erster Stelle stehen die Interessen unserer Mitglieder bei Unterstützung an der Erarbeitung praxistauglicher und verlässlicher Rechtsgrundlagen auf europäischer wie auch nationaler Ebene.
 
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